|
Spezialisierung und Tätigkeitsschwerpunkte |
|
|
Distraktionsosteogenese (DOG) |
|
Auch:
- Distraktionsosteoneogenese
- Osteodistraktion
- Kallusdistraktion
Distraktion (lat.): Auseinanderziehen
osteo- (lat.): Knochen-
genese/neogenese (lat.): Schaffung, Schöpfung, Bildung/Neubildung
Dieses Verfahren wurde erstmals im Jahr 1952 durch den russischen Artz und Chirurgen Ilizarov bei Patienten mit einseitig verkürzter Extremität (Bein) angewandt.
Es besteht in der Ausnutzung der körpereigenen Regenerationskräfte im Rahmen der Wundheilung bei Knochenbrüchen. Im Bereich des Gesichtsschädels lassen sich hiermit Knochendefizite (durch lange Zahnlosigkeit kann es zum kontinuierlichen Abbau des Kieferknochens kommen) ausgleichen. Dies ist dann erstrebenswert, wenn fehlende Zähne durch Implantate ersetzt werden sollen.
Häufig besteht in der horizontalen Dimension ein deutliches Knochendefizit (das heißt, im Unter- oder Oberkiefer ist weniger Knochen vorhanden, als das Implantat lang ist), so dass das Setzen von Implantaten nahezu unmöglich ist. |
 |
|
Wie erreicht man ein ausreichendes Platzangebot?
- Durch Auflagerung eigenen Knochens (sog. Autogene Knochentransplantation), der zuvor aus einer anderen Körperregion gewonnen wurde. Dies kann der Beckenkamm, die Schädelkalotte oder das Kinn sein.
Der Vorteil: es handelt sich um körpereigenen Knochen.
Der Nachteil: die Resorptionsquote ist sehr hoch, d.h. wenn nach ca. 6 Monaten Implantate inseriert werden sollen, ist ein Großteil des transplantierten Knochens bereits wieder abgebaut worden. Ferner ist immer ein zweiter operativer Eingriff, der in der Regel unter stationären Bedingungen (in einer Klinik) erfolgen muß, erforderlich.
- Der Einsatz körperfremden Materials:
Diese Knochenersatzmaterialien sind entweder synthetischen Ursprungs, dann handelt es sich in der Regel um phasenreine Tri-Calcium-Phospat-Keramiken (TCP) oder sog. bioaktive Gläser, oder sie stammen von Tieren (i.d.R. Kälber), sind also bovinen Ursprungs.
Dieses Verfahren ist bei größeren Knochendefiziten nur bedingt geeignet
- Die Distraktionsosteogenese:
Bei diesem Verfahren wird ein Stück des Knochens vom übrigen ortsständigen Knochen gelöst und mit einem sogenannten Distraktor verbunden. Dieser Distraktor besteht aus zwei Lochplatten, die über eine Rändelschraube miteinander verbunden sind. Der Distraktor verbindet nun den ortsständigen Knochen mit dem gelösten Stück (das sogenannte Transportsegment).
Im Spalt zwischen diesen beiden Segmenten entsteht innerhalb einer Woche nach der Operation durch das Einwandern von Zellen ein sogenannter "Kallus", ein bindegewebsänliches Konstrukt.
Dieses läßt sich nun schrittweise auseinanderziehen ("graduelle Distraktion" um ca. 1 mm pro Tag).
Nachdem die gewünschte Strecke (etwa 15-20 mm) erreicht ist, verbleibt der Distraktor für vier Wochen in situ. In dieser Zeit wandelt sich der Kallus in regelrechten Knochen um. Dieser Vorgang entspricht der Heilung eines Knochenbruchs.
Der Vorteil: Ein schnellerer Behandlungsablauf als bei der Auflagerung eigenen Knochens, wobei die Resorptionsgefahr entfällt, ferner ist nur ein operativer Zugang nötig.
Der Nachteil: Die Größe des Transportsegments ist begrenzt, für praeimplantologische Eingriffe jedoch in der Regel ausreichend.
|

 |
Es handelt sich also um ein dreiphasiges Verfahren:
- Latenzphase:
die Zeit zwischen operativen Eingriff und dem Beginn der Distraktion
- Graduelle Distraktion:
die Phase, in der das Transportsegment um ca. 1 mm pro Tag in die gewünschte Richtung bewegt wird
- Konsolidierungsphase:
nach Abschluß der Distraktion verbleibt der Distraktor für vier Wochen an Ort und Stelle, um die Differenzierung des Kallus in Knochen zu gewährleisten
Dieses Verfahren wird neben der Implantologie in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie bei Patienten mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten und damit verbundenem Wachstumsdefizit des Mittelgesichts, bei bestimmten mit Knochendefiziten einhergehenden Erbkrankheiten und in der Extremitätenchirurgie eingesetzt.
Bei Fragen zu Ablauf, Aufwand, ausführlichen Informationen und den Kosten dieses Verfahrens stehen wir gerne zur Verfügung.
|
 |
 |
Laserbehandlung
Prothetik
Implantate
Behandlung in Vollnarkose
Digitales Röntgen (Digitale Radiovisiographie)
!! Auf Wunsch jegliche Behandlung in ITN (Vollnarkose) !!
|